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Mai28

Cabriolet fahren – ein Lebensgefühl

Mit einem Cabriolet «Luftsprünge vollführen»: Das bedeutet das französische Wort «cabrioler», Namensgeber für ein Auto ohne Dach, das einem beim Fahren den Wind luftig durchs Haar wehen lässt. Der Begriff wurde zunächst im Kutschenbau verwendet und stand für leichte zweisitzige Pferdewagen mit offenem Verdeck, die bei schönem Wetter als Ausflugswagen benutzt wurden. Als das Zeitalter des Automobils anbrach, waren offene Verdecke nichts Seltenes, sondern vielmehr etwas ganz Normales; gerade auch, weil die Produktion billiger war. Autos ohne Dach waren schlicht kostengünstiger zu produzieren und ein Verdeck war nicht selten ein teures Extra. Erst als Automobile mit festem Dach nach und nach den Markt eroberten, entwickelte sich das Cabriolet zur aussergewöhnlichen Form. Es verlor seinen anfänglichen Alltagscharakter und wurde exklusiver.

Aufwind in den 1950er und 60er Jahren

In den Nachkriegsjahren wurden Autos mit Dach zur Norm. Wer also auffallen wollte, fuhr ein Auto mit offenem Verdeck – ein Cabrio. In den1950er und 1960er Jahren gab es deshalb einen regelrechten Boom auf offene Autos. Dabei spielte das Kino eine wesentliche Rolle: in bekannten Hollywood-Filmen waren Cabrios zu sehen, etwa in den Filmen «To Catch a Thief» (1955) oder in «Written on the Wind» (1956). Das Cabriolet wurde zu etwas Speziellem, ja gar zu etwas Luxuriösem: man fuhr ohne Blechdach und drückte damit ein Lebensgefühl von Leichtigkeit, Glück und Freiheit unter freiem Himmel aus. Cabrio fahren als «Luftsprünge vollführen» – eben im wahrsten Sinne des Wortes.

Daimler und Mustang

Grosse Beliebtheit

Dieses Lebensgefühl ist bis heute geblieben. Das Cabriolet ist eine begehrte Karosserieform – insbesondere auch für Liebhaberinnen und Liebhabern von Klassikern. Wer nach einem Oldtimer Ausschau hält, wird rasch feststellen, dass ein offenes Verdeck seinen Preis hat. Was einmal Norm war, ist heute etwas Spezielles. Und das sagt ganz offensichtlich vor allem den Frauen zu. So zeigte eine Studie des Auto Club Europa (ACE), dass der Frauenanteil bei Cabriolets deutlich höher ist als bei den anderen Fahrzeuggattungen. Wenn Frauen Autos fahren, dann also gerne mit Stil und Genuss.

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Bilder:
1. Grace Kelly in «To Catch a Thief» von 1955 (Wikimedia)
2. Modell der Gottlieb Daimler Motorkutsche von 1886 (Wikimedia)
3. Bis heute sehr beliebtes, rotes Ford Mustang-Cabriolet von 1965 (media.ford.com)
4. Rock Hudson und Dorothy Malone in «Written on the Wind» von 1956 (PD)

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