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Nov26

Ein Kino aus Kindheitstagen. Mit Louise D’Ivoire.

Ein schwerer Vorhang, der sich langsam lichtet, reihum mit rotem Samt überzogene Sitzbänke, dunkles, staubiges Licht und in der Luft eine elektrisierende Erwartung, die nur eines bedeuten kann: wunderbares, magisches Kino! Dieses verführerische Spiel von Licht, Dunkelheit, Film, Ton und Leinwand lässt uns für eine kleine Ewigkeit eine andere Welt erleben, jenseits vom Hier und Jetzt, es lässt uns träumen, lachen, mitfiebern – und gaukelt uns vor, mittendrin zu sein, im Geschehen, das sternenstaubähnlich seinen Weg vom Projektor auf die Leinwand findet…

Vom Bild eines alten Kinos geht eine ganz besondere Faszination aus. Es entführt uns für kurze Zeit weg von der Realität, und hinein in die kurzweilige und glamouröse Welt der hinreissenden Filmsternchen, charmanten Gentlemen, starken Frauen und hinterhältigen Bösewichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als das klassische Kino seine Anfänge nahm, füllte sein Besuch einen ganzen Abend. Elegante Kleidung, dem Film entsprechend angezogene Platzanweiserinnen, ein hauseigenes Kino-Orchester, mehrere Filme – früher waren sie wesentlich kürzer – und die neusten Nachrichten zum Zeitgeschehen in Form aktueller «Wochenschauen» gehörten selbstverständlich zu einem unterhaltsamen Abend in den theaterähnlichen und bisweilen prunkvollen «Filmpalästen». Heute läuft man Gefahr, mit seinem Kombi in die Parkgarage eines ebenso unpersönlichen wie charakterlosen Multiplex-Kinos im Industriegebiet einer Agglo-Gemeinde zu fahren, sich in die endlose Schlange vor die Popcorn- und Nachos-Theke zu stellen, auf der SBB-ähnlichen Grosstafel unter vielen seinen Saal zu suchen und nach Filmende noch kurz bei McDonalds reinzuschauen.

Zum Glück gab und gibt es auch heute noch vereinzelt diese kleinen und charmanten Kinos, die einen zurückversetzen in eine Zeit, als man nicht einfach nur ins Kino ging, um einen Film zu sehen, sondern um auch einen Hauch Glamour und ein Stück echter Kultur zu erhaschen.

Louise D’Ivoire und Lisa von Delicate Photography haben in einem solchen alten Kino mit angegliedertem Café, das Louise noch aus ihren Kindheitstagen kennt, mit einem Foto-Editorial eine Geschichte über den Kinobesuch erzählt: Das Warten im Foyer, ein Kaffee vorab, das Candy-Girl kurz vor dem Film und das Schauen der Vorstellung. Die Café-Bilder sollten in ihrer Darstellung an frühere Werbebilder erinnern, und die Bilder im Kinosaal bunt und witzig werden. So gefällt Louise auch besonders das Klassische und die Eleganz der Café-Bilder und das Niedliche und Verspielte der Candy-Girl-Aufnahmen.

Louise wohnt in der Nähe von Köln und steht seit zwei Jahren regelmässig vor der Kamera. Sie mag das Herumreisen, die interessanten Menschen und die aussergewöhnlichen Locations, die sie dadurch entdeckt und kennenlernt. Das Modeln ist für sie ein guter Ausgleich zu ihrem Büro- und Studienalltag – und ausserdem sei es eine gute Ausrede, ständig neue Kleider in ihren Schrank aufzunehmen, meint sie augenzwinkernd. Louise ist ein grosser Fan der 1950er und frühen 1960er Jahre, deren Kleidungsstil sie sehr oft trägt, zum Beispiel für ein Abendessen mit Freunden oder eben einen Kinobesuch.

Apropos Kino: Louise D‘Ivoire mag Filme mit John Wayne, Western generell, und besonders die Italo-Western mit Clint Eastwood aus den 1960er Jahren. Nicht nein sagt sie auch zu Alfred Hitchcocks Werken. Übrigens ein absoluter Meister der Kino-Kultur. Und nun: Film ab! (EPL)

Fotos: Delicate Photography
Model: Louise D’Ivoire
Make-up Artist : Annalie Siebigteroth
Kleider: Stop Staring (grünes Kleid), Ginger Jackie (schwarzes Kleid und Jacke), Tate Millinery (Hut)

 

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