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Nov10

Rendez-vous mit Cary Grants liebstem BBQ-Chicken

Text & Rezepte Florence Siegenthaler

Es ist ein heisser Sommertag und einmal mehr brüte ich – in jedem Sinne – über Rezepten aus vergangenen Tagen. Nachdem ich mich in der letzten Ausgabe von «Grossmutters Küche neu interpretiert» mit dem grossen Hausfrauentraum «The Gayelord-Hauser Cookbook» herumgeschlagen habe, entschied ich mich dieses Mal für eine etwas modernere Herangehensweise ans Vergangene: Pinterest. Unter dem Stichwort «Vintage Recipes» finde ich hunderte Rezepte und bin erst mal ganz schön erschlagen. Das Kind in meinem Ohr, das bis zu diesem Punkt lautstark nach «Eiscreme» gerufen hat, ist verstummt, denn ich muss erst mal verdauen, was sich mir da alles an Küchenabenteuern auftut. Da fällt mein Blick beispielsweise sogleich auf ein Monstrum namens «Mayonnaise-Cake». Der Name ist Programm. Weiter geht’s mit einem – absolut ernst gemeinten – «Shrimp-Tree». Selig lächelnd hängt da eine Dame mittleren Alters im senfgelben Deux-Pièces Riesen-Garnelen an eine Zimmerpflanze. Früher war halt alles besser.

Doch bevor wir vor Neid erblassen ob dieser übermütigen Kreativität, wenden wir uns doch lieber nachahmungswürdigen Rezepten zu. Sandwiches scheinen, neben sämtlichen fruchtigen Pies, der absolute Renner gewesen zu sein. Alles schön und gut, haut mich aber auch nicht gerade um. Wahrscheinlich hat mich der Mayonnaise-Schoko-Kuchen ganz schön abgehärtet.

Doch da, kurz bevor ich aufgeben möchte, lächelt mir Cary Grant unverschämt charmant ins Gesicht und preist mir sein Lieblingsrezept «Barbecued Chicken» an. Cary Grant hätte mir auch einen Zweig frisch gepflückter Garnelen anbieten können, ich wäre Feuer und Flamme gewesen. Einmal mehr darf er nun also den Retter in letzter Not spielen (wie bei North by Northwest, zum Beispiel). Nur, ähnlich den Stunts im eben genannten Film – sehr sehenswert, übrigens – ist da nicht besonders viel Selbstgemachtes dran am Hühnchen. Deshalb entscheide ich mich kurzerhand, mit Cary im Herzen und dem Action-Reichtum der Hitchcock-Filme zum Vorbild, eine eigene BBQ-Sauce zu kreieren. Dazu gibt’s, das darf nicht fehlen, auch noch etwas Gemüse. Ochsenherztomaten sollen es sein, mit frischem Rucola. Das Hühnerbrüstchen, selbstverständlich aus Freilandhaltung, wird ergänzt mit Basilikumblüten. Fertig ist ein einfaches Rezept, das auch noch bis in den späten Herbst hinein heisse Tage wie diese und schöne Männer wie Cary in Erinnerung behalten wird:

Cary Grants liebstes BBQ-Chicken auf Rucola-Tomaten Salat mit Basilikumöl und karamellisierten Zwiebeln

Cary Grants BBQ-Ketchup

BBQ-Ketchup:

  • 240 g Pelati (Dosentomaten)
  • 4 TL Balsamico
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 1 TL Paprikapulver
  • 4 EL Rohrzucker
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Teryaki-Sauce
  • 4 gepresste Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  1. Alle Zutaten in eine kleine Pfanne geben und bei niedriger Stufe eine Stunde lang leicht köcheln lassen.
  2. Vom Herd nehmen und pürieren, sofort abfüllen.

Rucola-Tomaten-Salat:

  • 1 Ochsenherztomate
  • 2 Handvoll Rucola
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Zucker
  • 2 dl Olivenöl
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 1 EL Zitronenpfeffer
  • Meersalz
  1. Tomaten und Zwiebeln in Würfel schneiden.
  2. Zwiebeln in einer Bratpfanne mit etwas Olivenöl und dem Zucker während einiger Minuten auf mittlerer Stufe karamellisieren.
  3. Basilikum mit Öl und Zitronenpfeffer pürieren.
  4. Den Rucola und die Tomaten mit den karamellisierten Zwiebeln in einer Casserole anrichten, mit etwas Basilikumöl beträufeln (den Rest abfüllen) und etwas Meersalz hinzufügen.

BBQ-Chicken:

  • 2 Hühnerbrüstchen
  • 8 EL BBQ-Ketchup
  • Etwas Olivenöl
  • Etwas Salz
  • 1 Handvoll Basilikumblüten
  1. Die Hühnerbrüstchen mit dem BBQ-Ketchup und dem Olivenöl gut einreiben und in einer hitzefesten Form ca. 30 Minuten bei 200° auf Grillstufe backen (Je nach Grösse der Brüstchen auch etwas länger).
  2. Aus der Form nehmen und in Scheiben schneiden, dann auf dem Rucola-Salat anrichten und mit Basilikumblüten garnieren.

Tipps: Eingekocht und heiss abgefüllt hält das BBQ-Ketchup einige Monate, angebrochen einige Wochen im Kühlschrank. Das Basilikumöl lässt sich auch gut in grösseren Mengen zubereiten und schmeckt hervorragend zu Mozzarella. Anstelle der Teryakisauce kann auch etwas mehr dickflüssigen Balsamico verwendet werden.

Bilder: Florence Siegenthaler

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